NO!art NEWS + KÜNSTLER + ÜBER UNS + MANIPULATION + MAIL Link Übersicht  ZURÜCK ZUM REGISTER
Bruno Schleinstein homepage <<< | >>>
Videodokument suchen und finden im NO!art-Archiv

BRUNO SCHLEINSTEIN: DIE FREMDE IST DER TOD

Film von Miron Zownir

Virus Film-Produktion | Deutschland 2002 | 60 min, color | Trailer 5:40 min

PLOT: Als Bruno S., der sein Leben bis dahin in Heimen, Obdachlosenasylen und psychiatrischen Anstalten verbracht hatte, 1975 zu den Filmfestspielen nach Cannes reiste, wurde er dort wie ein Star gefeiert. Durch seine Darstellung des Kaspar Hauser in Werner Herzogs Film „Jeder für sich und Gott gegen alle“ schien dem oftmals verspotteten Außenseiter endlich der Ausbruch aus seiner Isolation gelungen zu sein. Mit seinem nächsten Film „Stroszek“, den er wiederum mit Bruno S. in der Hauptrolle besetzte, wollte Herzog ihm nach eigener Aussage „ein Monument“ setzen. Doch mit diesem Teil seiner Vergangenheit hat der inzwischen 70-jährige Bruno S. abgeschlossen. Die Distanz, die er zu sich findet,wenn er in der dritten Person von sich spricht, scheint ihm zu helfen, die vielen Verletzungen seiner Seele von außen zu betrachten: „Da haben sie ihn gesucht und gebraucht dafür. Bruno ist doch nur ein Wegwerfartikel.“ Denn dem kurzen, schnellen Ruhm folgten lange Jahre der Einsamkeit, in denen der Briefkasten leer blieb und das Telefon in seiner engen Wohnung viel zu selten klingelte. Auf Bruno S. angesprochen, zeigte sich sein Entdecker Herzog erstaunt: „Ach, der lebt noch?“ Wie Bruno S. lebt, zeigt dieser Dokumentarfilm. Dabei geht es nicht darum, ihn als Opfer von Institutionen und Vorurteilen zu zeigen, sondern als einen Menschen, der allen Benachteiligungen zum Trotz ohne fremde Hilfe seinen eigenständigen Weg gefunden hat. Gegen die ihm widerfahrenen Ungerechtigkeiten versucht er sich zu wehren, indem er Bilder malt und seit 30 Jahren mit seinen Musikinstrumenten um Berlins Häuser zieht. In den Texten der Lieder, die Bruno begleiten, findet er seine Gefühle genau beschrieben.

ÜBER BRUNO SCHLEINSTEIN: Bruno S. (aka Bruno Schleinstein), 1932 in Berlin geboren, wurde nach den Kriegswirren als Dreizehnjähriger gezwungen, durch fremde Erziehungen zu wandern bis er zum Gabelstaplerfahrer bei Borsig in Berlin avancierte (Ende 1992). Als Autodidakt malt, tuscht und zeichnet er sensible eigenartige Bilder seit 1960. Von Zeit zu Zeit streift er durch Berliner Hinterhöfe als Strassenmusiker mit seinem Harmonium. Als Kaspar Hauser spielte er in Werner Herzogs gleichnamigen Film die Hauptrolle (1974). Sein außergewöhnliches Leben ist dokumentiert in dem Film von Miron Zownir unter dem Titel Die Fremde ist der Tod. — Gestorben am 10.08.2010 in Berlin. | MEHR

© http://video.no-art.info/schleinstein/2002_fremde-tod.html