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BORIS LURIE — NO!art MAN
Dokumentation von Amikam Goldman, New York 1999-2001
16 mm Colorfilm | auch als Videotape | 82 min

video box cover NO!art MANBoris Lurie wurde 1924 in Leningrad, Russland, geboren und zog 1925 nach Riga, Lettland, wo er aufwuchs. Im Jahr 1941 besetzten die Deutschen Lettland. Mehr als 90 % der lettischen Juden gingen während des Zweiten Weltkriegs verloren. Boris und sein Vater überlebten vier Jahre in den Nazilagern und wanderten 1946 nach Amerika aus, um in New York zu leben, wo Boris weiterhin malte, wie er es in Riga getan hatte.

Lurie ist ein kontroverser Künstler. In seinen Werken fordert Lurie den Betrachter auf, sich mit blutigen Massakern, Herrschaft, politischer Ungerechtigkeit und dem jüdischen Holocaust auseinanderzusetzen. In den späten 1950er Jahren begann er mit großformatigen Collagen, in denen er Kriegsbilder zerriss und sie neben Fotos von Pin-up-Girls klebte. Um 1958 gründete Lurie eine Gruppe von Künstlern, die gemeinsam in der "March Gallery" ausstellten, einem kleinen Raum in einer Gegend, die für kooperative Galerien bekannt war, in der 10th Street in Manhattan. Sie stellten nach "Themen" aus und forderten politisches Bewusstsein und soziales Engagement durch kulturkritische Kunstwerke. Diese "Protestkunst" wurde vom "amerikanischen Kunstestablishment" jener Zeit nicht akzeptiert. Später, in den 1960er Jahren, wurden sie als die NO! Künstler bekannt.

"NO!art Man" erzählt die Lebensgeschichte von Boris Lurie als junger Künstler in New York nach dem Zweiten Weltkrieg über die Jahre, in denen er mit seiner NO!art-Gruppe aktiv war, bis in die Gegenwart. Er dokumentiert die vielen markanten Übergänge in seinem Leben, vom Ignorieren durch das Kunstestablishment bis hin zur zunehmenden zeitgenössischen Prominenz, als deutsche Künstler Interesse an seiner Arbeit zeigten und ihn einluden, im ehemaligen ostdeutschen Konzentrationslager Buchenwald auszustellen, wo er inhaftiert gewesen war. Der Film erörtert sowohl seine anfängliche Einsamkeit in New York City, wo er sich entfremdet fühlte, als auch die aktuelle Anerkennung, die sich in einer großen Retrospektive zeigte, die im November 2001 in Chicago im Mary and Leigh Block Museum of Art der Northwestern University eröffnet wurde. Diese Ausstellung präsentierte die Arbeiten von Lurie und anderen NO!art-Künstlern zum ersten Mal in Amerika, mehr als 35 Jahre nach ihren Installationen in der March Gallery.

Der Film basiert auf Gesprächen zwischen dem Regisseur Amikam Goldman und Boris Lurie von ihrer ersten Begegnung im Jahr 1999 bis 2001. Der Film enthält auch Interviews mit Kunsthistorikern, Händlern und Künstlerfreunden von Boris Lurie.

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AMIKAM GOLDMAN, geboren 1973 in Israel. Von 1995 - 2003 Filmstudium in New York. Er schuf den ersten Dokumtarfilm über Boris Lurie unter dem Titel "NO!art Man". Lebt in Tel Aviv.  mehr

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